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Cwarme-Museum
„Cwarmê“, der Karneval von MalmedyDer ganz spezielle Charme der Stadt Malmedy liegt nicht nur in seiner wunderschönen Lage inmitten der Natur und in seiner kulturellen Vielfalt, auch die Folklore prägt seit Langem schon das Leben dieser Stadt. „Cwarmê“, das ist der wallonische Name für die Karnevalszeit, die sich über einen Zeitraum von vier Tagen erstreckt: von Samstagmittag bis zum Fetten Dienstag, dem Vorabend des ersten Tages der Fastenzeit. Doch schon die vorausgehenden vier Donnerstage sind geprägt durch vielfältiges Maskenspiel. Man nennt sie die „Fetten Donnerstage“ oder im Gegensatz zu den Tagen des Cwarmê, die in Anlehnung an eine Malmedyer Karnevalsfigur „lès grandès haguètes“, also die „großen Haguètes“ genannt werden, auch „lès p’titès haguètes“, die „kleinen Haguètes“. (Zur Figur der Haguète siehe weiter unten.)
Dieses farbenfrohe folkloristische Spektakel, dessen Ursprünge einigen historischen Dokumenten zufolge bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, existiert zweifellos schon seit noch längerer Zeit. Hunderte von Maskierten und Kostümierten bevölkern, stets begleitet von Musik, den Sonntagsumzug, den unumstrittenen Höhepunkt des Karnevals. Unter den traditionellen Figuren befinden sich solch typische Charaktere wie „le sotê“ (der Zwerg), „le sâvadje“ (der Wilde), „le pièrot“ (Pierrot), „le long-ramon“ (der lange Besen), „le boldjî“ (der Bäcker), und allen voran „la haguète“.
Die „Haguète“ ist sicher die prestigereichste und repräsentativste der Malmedyer Karnevalsfiguren. Der Ursprung dieser Figur ist aufgrund mangelnder historischer Zeugnisse schwer festzustellen, doch bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von ihr als einer sehr alten Figur gesprochen. Anfangs eher bescheiden angelegt, hat sich die „Haguète“ zu einem aufwändigen und luxuriösen Kostüm entwickelt, ganz in mit Silber- oder Goldborten besetztem Samt, mit Fransen an den Ärmeln und an der Hose, das Ganze „gekrönt“ von einem mit bunten Straußenfedern verzierten Zweispitz-Hut – und auf dem Rücken des Kostüms prangt der zweiköpfige Adler des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.
Die „Haguète“ ist aber nichts ohne ihre „hape-tchâr“ („Fleisch-Zange“), mit der sie den Zuschauer beim Fußknöchel packt und mit einem Knie auf den Boden zwingt, um ihn auf Wallonisch um Verzeihung bitten zu lassen: „Pardon, Haguète, à l’cawe du ramon, dju nu l’f’rès jamês pus!“ (Gnade, Haguète, ich schwöre beim Besenstiel, dass ich es nie wieder tue!).
Jedes Jahr reisen Tausende von Besuchern an, nur um bei diesem farbenfrohen folkloristischen Fest, einem der großen historischen Karnevals in Europa, dabei zu sein.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich in Malmedy also einer der originellsten Karnevals der Wallonie entwickelt, der noch dazu seinen alten wallonischen Namen behalten hat: der „Cwarmê“.
Das Karnevalsmuseum versetzt den Besucher im Rhythmus der Lieder und der Musik mitten hinein ins Herz dieses großen Festes! Traditionelle Masken und Kostüme, Plakate, Modelle von Umzugswagen sowie Foto-, Ton- und audiovisuelle Dokumente lassen Sie an der farbenfrohen Festatmosphäre voller Musik teilhaben als wäre es Karnevalssonntag.
Öffnungszeiten: Das Karnevalsmuseum zieht gerade um. Die Wiedereröffnung ist für das Jahr 2010 vorgesehen.
Kontakt und Infos
Imelda HEUSCHEN
Place du Châtelet, 10
4960 Malmedy




