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Empfang Tourismus Die umliegenden Dörfer Burnenville - Meiz - Bernister

Burnenville - Meiz - Bernister

Das im Inneren der alten Rennstrecke von Francorchamps gelegene Burnenville hat ungefähr 350 Einwohner und ist bei Liebhabern von Autorennen wohl bekannt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die zu den „Combes“ (Schluchten) führende lange gerade Strecke fantastische Spitzengeschwindigkeiten ermöglichte.

Seine Schule und seine Kapelle verleihen Burnenville einen sehr dörflichen Charakter. Die 1755 errichtete und dem Hl. Hilarius gewidmete Kapelle lohnt ganz sicher einen kurzen Besuch. Naturliebhaber wiederum werden es sich nicht entgehen lassen, einen Spaziergang im unteren Teil des des Dorfes zu machen. Der dort von der Vereinigung „Patrimoine Nature“ (Naturerbe) angelegte Teich ist ein friedlicher Ort, der sich ganz hervorragend zur stillen Betrachtung eignet. Und wenn Sie dabei auch wirklich still genug sind (und ein wenig Glück haben), können Sie vielleicht sogar einen Eisvogel erspähen, während er sich zu Ihrem Picknick einlädt.


Die Geschichte des Dorfes Meiz ist nicht nur direkt mit der gleich um die Ecke gelegenen der Rennstrecke von Francorchamps verbunden, sondern auch mit seiner sehr speziellen geographischen Lage und darüber hinaus sogar mit der Geschichte unseres Landes überhaupt. Begeben Sie sich also zu der Stelle, wo sich die beiden Wege „Chemin de la Bouvière“ und „Voie Croisée“ kreuzen, und bewundern Sie den Grenzstein B-P 134. Doch worum geht es dabei eigentlich? Das ist wohl der geeignete Augenblick für eine kleine Auffrischung in Sachen Geschichte…

Der Hintergrund ist folgender: Nach dem Sturz Napoleons 1815 beschloss der Wiener Kongress die Abtretung unserer Kantone an Preußen. Der heute noch hier auffindbare Grenzstein Belgien-Preußen (B-P) ist also ein immer noch sichtbarer stummer Zeuge der Tatsache, dass die Einwohner unserer Dörfer einst Preußen waren.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg hat der Versailler Vertrag das Gebiet von Malmedy und seiner Umgebung Belgien zugesprochen. Die Einwohner unserer Dörfer wurden somit (durch Volksentscheid!) Belgier... nur um kurz darauf durch die Annexion unserer Kantone durch Adolf Hitler im Jahr 1940 wieder Deutsche zu werden. Können Sie bei all dem Hin und Her noch folgen? Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Dörfer dann wieder belgisch, um es diesmal endlich auch zu bleiben.

Sollten Sie mit Kindern unterwegs sein, dann machen Sie ihnen doch mit einem Abstecher zum neuen Spielplatz eine Freude. Dieser Spielplatz wurde von der Vereinigung „Quartier de vie“ (Viertel des Lebens) realisiert und befindet sich zwischen den Dörfern Meiz und Burnenville. Die Kinder werden es ihnen sicher danken...

Bernister ist ein kleines, friedliches Dorf in 500 m Höhe, das vielleicht noch besser als manche andere seinen ländlichen Charakter bewahren konnte. Der Ort erstreckt sich im Wesentlichen zur Linken und zur Rechten einer langen Geraden und man könnte leicht ganz unbewusst durch ihn hindurch eilen. Doch das wäre ganz bestimmt ein großer Fehler, denn Bernister bietet den neugierigen Geistern genügend Gelegenheiten für Entdeckungen.
Versäumen Sie es nicht, die Alteingesessenen nach dem Weg zur Eremitage des Hl. Antonius zu fragen. Deren Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück… Sollte Ihnen dagegen der Sinn mehr nach Poesie stehen, dann lohnt sich ein kleiner Umweg zum Apollinaire-Denkmal. Auch der berühmte französische Dichter fand diese Region einst offenbar ganz nach seinem Geschmack…

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