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Empfang Tourismus Malmedy Geschichte Zwischen den beiden Weltkriegen

Zwischen den beiden Weltkriegen

Nach dem Ersten Weltkrieg, während dessen die Malmedyer in deutscher Uniform kämpften, wird Malmedy – wie auch die übrigen Ostkantone – wieder an Belgien angeschlossen. Dies wurde im Versailler Vertrag so entschieden.
Der Vertrag sieht vor, dass sich die betroffenen Bevölkerungsgruppen in einem Referendum zum Anschluss an Belgien äußern. Dieser Volksentscheid wird jedoch in einer durchaus anfechtbaren Art und Weise durchgeführt. Die Gegner des Anschlusses werden gebeten, sich in ihrer jeweiligen Gemeindeverwaltung in eine offene und einsehbare Liste einzutragen. Nur 271 von 33.276 betroffenen Wahlberechtigten in den Ostkantonen wagen es, derart offen ihre Ablehnung zu demonstrieren.
Darüber hinaus herrscht eine Zeit lang Streit zwischen dem Bistum Köln, zu dem Malmedy zu diesem Zeitpunkt gehört, und dem Heiligen Stuhl. Um das zugrunde liegende Problem zu lösen, gründet der Vatikan zeitweilig eine Diozöse Malmedy-Eupen-Sankt Vith, die dem Bischof von Lüttich übertragen ist und deren Sitz sich in Malmedy befindet. Die lokale Pfarrkirche sieht sich dadurch plötzlich in den Rang einer Kathedrale erhoben, ein Status, den ihr die Malmedyer auch heute noch gerne zubilligen, ungeachtet der Tatsache, dass der kurzzeitige Bischofssitz schon 1925 endgültig in dem von Lüttich aufgegangen ist.

In diese Periode fällt ebenfalls die Teilung des Kantons Malmedy, der seine deutschsprachigen Gemeinden verliert. Diese wiederum bilden nun den neuen Kanton Sankt Vith. Malmedy behält dabei nur die beiden derzeitigen Gemeinden Weismes und Malmedy, die zusammen auch heute noch die „Malmedyer Wallonie“ genannt werden.
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