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Gründung

Aller Wahrscheinlichkeit nach leitet sich der Name „Malmedy“ vom lateinischen Ausdruck „a malo mundarum“ her, was so viel bedeutet wie „den Ort des Bösen reinigend“. Tatsächlich traten hier in früheren Zeiten die Flüsse oft über die Ufer hinaus, überfluteten regelmäßig den Ort und machten ihn so zu einem recht unwirtlichen Platz.
Die Stadt wurde um 648 vom Hl. Remaclus, Propst der Abtei von Solignac, gegründet. Sie entwickelt sich ab 648 um das von ihm errichtete Benediktinerkloster herum. In der Zeit zwischen ihrer Gründung und dem Jahr 1794 ist die Geschichte der Stadt Malmedy kaum von der des geistlichen Fürstentums Stavelot-Malmedy zu trennen.

1146 Jahre lang bilden Malmedy und Stavelot zusammen das Fürstentum Stavelot-Malmedy, an dessen Spitze 77 Fürstäbte des Heiligen Römischen Reiches und der Grafschaft von Logne einander ablösen. Allerdings existiert bereits seit dem 11. Jahrhundert eine Rivalität zwischen den beiden Städten. Die Abtei in Malmedy fand sich nie wirklich mit der Vormachtstellung der Abtei von Stavelot ab.
Ab dem 16. Jahrhundert entstehen mehrere Industrien auf Malmedyer Grund und Boden: Tuchindustrie, Lederindustrie und die Produktion von Kanonenpulver. Im 17. Jahrhundert bilden Malmedy und Stavelot das wichtigste Gerbereizentrum in Europa. In dieser Epoche entwickelt Malmedy auch einen guten Ruf für einige weitere Industrien: Baumwollproduktion, die Herstellung von Schachspielen, Dominosteinen und Pfefferkuchen, und allen voran die Papierherstellung, der die Stadt ihren Reichtum verdankt.
Trotz ihres neutralen Status und des Schutzes durch die Fürstäbte wird die Stadt Malmedy im Laufe ihrer Geschichte mindestens fünfzigmal von durchziehenden Truppen überfallen, deren Plünderungen desaströse Folgen für die Bevölkerung haben. Im Jahr 1689 wird die Stadt auf Befehl von Nicolas de Catinat, einem General unter Ludwig XVI., bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Infolge der Ausbreitung der Französischen Revolution und der territorialen Ausdehnung Frankreichs verschwindet das Fürstentum Stavelot-Malmedy im Jahr 1795 – seine Gebiete werden an Frankreich angeschlossen. Malmedy wird nun Unterpräfektur im Département Ourte, Hauptstadt des 2. Kommunalen Bezirks der Ourte und Sitz eines Gerichts Erster Instanz. Damit dehnt es seine Gerichtsbarkeit insbesondere auf die Städte Verviers und Spa aus. Diesen Status behält Malmedy bis zum Ende der Napoleonischen Zeit bei.
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