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Empfang Tourismus Folklore und Karneval Der Karneval 550e Cwarmê

550e Cwarmê

« (...) et ne doit le dit mangon vendre dessoubs couverture pourceaux nul qui ait garde, ne beste jambe brisée, loch ne affolez, saulve le lundi et mardi du Quarmea , lesquel dit mangon peut vendre pourceaux stencelles et jardeux sans affolure (...) – et aussi s'il advennoit que aucuns subiect de la dit poisterie de Malmendi fuissent rebellant de prend la loy en grez (...) »

Diese wenigen Zeilen stammen aus einem Archiv-Dokument, datiert vom 25. Juni 1459, wo die Rede ist vom Montag und Dienstag des „Quarmae“. Sie zeugen von festlichen Darbietungen aus dieser Zeit, die wahrscheinlich schon viel älter sind und die ihre Lebenskraft im kulturellen Substrat finden, welches für viele Völker gemeinsam ist. Seit jeher hatte der Mensch nämlich immer schon das Bedürfnis, seinen Ängsten, seinem Leid, seinen Hoffnungen und seinen Freuden Ausdruck zu geben. Der gemeinsame Ausdruck dieser Gefühle mit anderen hat ihm wahrscheinlich die notwendige Sicherheit gegeben vor den verborgenen Kräften der Natur und den Zusammenhalt der ersten Lebensgemeinschaften geschweißt. Das reinigende Feuer wurde bald damit assoziiert und nach und nach wurde ein Kodex von Ritualen erstellt, der den soziologischen und geografischen Gegebenheiten der Völker entsprach. Manche Rituale sind bis in unsere heutige Zeit erhalten geblieben, abgesehen von Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte und beladen mit viel Staub aus unserer Geschichte vergangener Zeiten.

Weil Malmedy abgelegen war, im Verhältnis zu anderen leichter zugänglichen und dichter bevölkerten Regionen, konnten hier wahrscheinlich mehr Bräuche, die früher weit verbreitet waren, erhalten werden als anderswo. Dies wird bezeugt durch die Verschiedenartigkeit und den Reichtum der Kostüme, sowie durch das mitunter komplexe Ritual der vier bedeutendsten Festtage. Dem aufmerksamen Besucher wird es nicht schwer fallen, die Geschichte nachzuverfolgen, indem er die 15 offiziell anerkannten Traditionskostüme betrachtet. Viele Details weisen auf Bräuche vergangener Zeiten hin oder auf die politische Zugehörigkeit unserer Stadt seit dem Mittelalter. Dabei kann er auch verschiedene Vergleichsvarianten mit anderen, ähnlichen Volksbräuchen feststellen. Dies bezeugt, dass der Cwarmê in Malmedy eine gute, lebendige Synthese alter und authentischer Karnevalsveranstaltungen aus Westeuropa darstellt. Seit Kurzem ausgestattet mit dem Titel „Immaterielles Kulturerbe der Französischen Gemeinschaft“, feiert der Malmedyer Karneval dieses Jahr mindestens sein 550-jähriges Bestehen.

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