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Empfang Tourismus Folklore und Karneval Der Karneval Einige der traditionellen Karnevalsfiguren

Einige der traditionellen Karnevalsfiguren

„Le Trouvlê“



Er ist der Machtinhaber der Stadt während der 4 närrischen Tage des „CWARMÊ“.
Seine Kleidung ist rot (Symbol des Feuers) und er trägt eigens zum Übergabezeremoniell einen Zylinderhut; er empfängt Samstagnachmittag bei einem offiziellen Empfang die „panûle“ (Kornschaufel der Bierbrauer) aus den Händen des Bürgermeisters.



„La Grosse Police“



In früherer Zeit wurden der CWARMÊ und die polizeiliche Verordnung durch den Trommler der Garde ausgerufen. Im Jahre 1920 tauchte zum ersten Mal die Karikatur auf, die im Volksmund „GROSSE POLICE“ (dicke Polizei) genannt wird; die Festlichkeiten wurden mit einer Glocke – „le clabot“ – angekündigt; die Glocke diente bis in die 50er Jahre hinein dem öffentlichen Ausrufer.



„La Haguète“



Es gibt keine urkundlichen Belege, die die Existenz der „Haguète“ vor der Mitte des 19. Jahrhunderts bestätigen, die Legenden erzählen aber schon viel früher von dieser mysteriösen Figur.
Das Kostüm der „Haguète“ ist aus Samt mit Satin- und Goldborten geschmückt, Fransen hängen an Maske, Ärmeln und Hose, große bunte Straußenfedern schmücken den Hut usw.
Die „Haguète“ ist mit einer „hape-tchâr“ (Fleischzange) bewaffnet. Damit wird der Zuschauer am Fußknöchel gepackt und gezwungen, sich hinzuknien; er muss um Verzeihung bitten, und das natürlich in wallonischer Sprache: „Pardon, Haguète,à l’cawe du ramon, dju nu l’f’rès jamês plus !“ (Gnade, Haguète, ich schwöre beim Besenstiel, dass ich es nie wieder tue!).


„Le Sotê“



Die „Sotê“ sind legendäre Zwerge, die einst in den Grotten von Bévercé nahe Malmedy hausten. Als Gegenleistung für einige Lebensmittel leisteten die Zwerge vielerlei Dienste bei der Bevölkerung. Der „Sotê“ wandert während der närrischen Tage durch die Straßen und neckt die Zuschauer mit seinen langen Armen. Diese uralte Figur wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt.



„Le Sâvadje-Cayèt“



Der „Sâvadje-Cayèt“ ist ein Schwarzafrikaner, der sich mit einem Holzschindelkleid kostümiert. Die bunt bemalten Schindeln klappern beim Hüpfen und Springen lustig gegeneinander. Der „cayèt“ ist der Holzsplitter, der beim Holzhacken abfällt und früher der Anfertigung dieses Kostüms diente. Der „Sâvadje-Cayèt“ trägt Armbänder und Halsketten sowie ein mit kleinen Federn geschmücktes goldenes Diadem. Als Waffe trägt er einen Schaumgummiknüppel, mit dem er unter wilden Rufen den Zuschauern liebevoll auf die Köpfe klopft. Unterm Klapperkleid trägt er ein schwarzes Trikot; eine schwarze Kraushaarperücke macht die Maskerade komplett.


„Le Hârlikin“



Der Harlequin aus der italienischen „Commedia dell’Arte“ ist seit den 50er Jahren des 18. Jahrhunderts zusammen mit Pierrot, Paillasse und Colombine im Cwarmê eingegliedert.

„Le Pièrot“



Der „Pièrot“ des Malmedyer Cwarmê ist seit jeher mit einem weißen Bibertuch gekleidet, das mit großen schwarzen Knöpfen verziert ist. Er trägt einen großen, weißen Spitzhut mit denselben Knöpfen.
Er verteilt Orangen und Nüsse, die auf einem Wagen mitgeführt werden. Sind seine Taschen leer, lässt er sich auf den Boden fallen. Die Kinder schleppen ihn dann zum „Verpflegungswagen“ und singen: „Pove Pièrot qui n’a pus dès djèyes !“ (Armer Pièrot, hat keine Nüsse mehr!)


„Le Long-Né“



Die „Langnasen“ sind umtriebige Jeckengruppen, die die Straßen der Stadt unsicher machen. Sie gesellen sich zu sechst oder zu siebt zusammen, laufen im Gänsemarsch und suchen sich ein Opfer, das sie so lange in allem imitieren, bis der arme Genervte ihnen eine Runde zahlt.
Die „Langnasen“ tragen eine Müllermütze, eine Maske mit sehr langer Nase, einen blauen Kittel mit rotem Halstuch und eine weiße Hose. Am Mundwinkel hängt eine Pfeife aus Ton. Sie sind hinter dieser Maske absolut unkenntlich.

„Le Longès-Brèsses“



Die „Langarme“ sind zum ersten Mal im Jahr 1883 im Karneval aufgetaucht. Die Figur stellt einen Clown mit winzigem Zylinderhut dar, der mit einer Pfauenfeder geschmückt ist. In den überlangen Ärmeln seines bunten Fracks verstecken sich Stecken, die am Ende zwei Hände mit weißen Handschuhen tragen.
Die „Langarme“ amüsieren sich und das Publikum, indem sie den Zuschauern mit den „Händen“ in die Frisur fahren und permanent ihre Hüte von einem Kopf auf den anderen transportieren.

„Le Long-Ramon“



Die „langen Besen“ sind erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgekommen.
Dieses Kostüm ähnelt den Langarmen sehr, hat aber anstelle der langen Arme einen etwa fünf Meter langen Besen, dessen Ende aus Ginsterästen besteht und mit einem schwarz-grün-gelben Band (also in den Farben der Stadt Malmedy) geschmückt ist. Dieser Riesenbesen dient ebenso dazu, den Zuschauern Hüte und Mützen zu lüpfen, wie den an den Fenstern im ersten Stock stehenden Zaungästen das Gesicht zu streicheln.

„Le Boldjî“



Der „Boldjî“ (Bäcker) ist ganz in weiß gekleidet und mit einer steifen Bäckermütze, einem feisten Bauch und dicken Backen ausgestattet. Seine Kleidung ist mit harten Laugenbrezeln bestückt.
Seine „Waffe“ ist ein riesiger Brotschieber, mit dem er die Hinterteile der Damen betätschelt, so als seien es warme, runde Brote aus seinem Backofen.
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